Bruttoinlandsprodukt schrumpft

Der lange Weg zurück in die Normalität

Die Coronakrise macht es der größten Volkswirtschaft Europas schwer und stürzt Deutschland in eine tiefe Rezession. Experten sagen einen langen Weg zurück in die Normalität voraus. Obwohl es erste Lichtblicke gibt, nicht zuletzt auch aufgrund der enorm hohen Hilfspakete, rechnen Ökonomen mit einem starken Konjunktureinbruch. Im ersten Vierteljahr sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,2 %.

Stärkster Rückgang seit der Finanzkrise 2008 / 2009

Der Einbruch des BIP ist der stärkste seit der Finanz- und Bankenkrise 2008 / 2009 und der zweitstärkste seit der deutschen Wiedervereinigung. Das ist allerdings noch nicht alles. Schenkt man den Ökonomen Glauben wird das zweite Quartal nochmals schlechter ausfallen.

Im Euroraum sieht es insgesamt noch schlechter aus. Hier brach die Wirtschaftsleistung im Vergleich zum Vorjahreszeit um 3,8 % ein.

Mangelnder Privatkonsum schwächt die deutsche Wirtschaft

Deutschland leidet vor allem unter dem schwächelnden Privatkonsum, denn die Konsumausgaben machen rund die Hälfte der gesamten Wirtschaftsleistung aus. Auch der Export leidet unter der Covid-19 Pandemie. Der Export von Waren und Dienstleistungen sank um 3,1 %. Noch deutlicher macht sich die Krise im Export von Maschinen, Geräten, Fahrzeugen und anderen Ausrüstungen bemerkbar. Hier sank die Leistung um 6,9 %.

Aussichten auf das Gesamtjahr 2020

Es sieht düster aus. Die Bundesregierung rechnet für das Gesamtjahr 2020 mit einer schweren Rezession, die die Rezession der Nachkriegsjahre noch übertreffen wird. Insgesamt dürfte die Wirtschaftsleistung um 6,3 % schrumpfen. Ökonomen schätzen sogar noch höher und prognostizieren einen BIP-Rückgang von 7,1 %.

Aktuell arbeitet die Bundesregierung an einem umfassenden Konjunkturprogramm, das Firmen unterstützen und die deutsche Wirtschaft wieder ankurbeln soll. Statt einzelne Branchen zu unterstützen will die Regierung gesamtheitlich helfen. Das Programm ist noch in Arbeit und soll bis Anfang Juni verabschiedet werden, sofern man sich in der großen Koalition so schnell einig wird.